Plustek OpticFilm 135i

Ein kompakter Filmscanner für den schnellen Einstieg

Von Marwan El Mozayen und Hermann Groeneveld / SilvergrainClassics

Wer heute in die analoge Fotografie einsteigt und zum Beispiel seine alten Film- und Diaarchive digitalisieren möchte, steht schnell vor einem Problem: Gute Filmscanner sind rar geworden. Viele Hersteller, wie Nikon und Minolta haben die Produktion hochwertiger Desktop-Scanner längst aufgegeben. Einige wenige bieten allenfalls noch bestehende Modelle an, ohne auf weitere Innovation zu setzen.

SilvergrainClassics hatte bei Reflecta angefragt, einem der noch wenigen Vertreter, die noch Filmscanner anbieten. Doch weder wollte man uns ein Testgerät zur Verfügung stellen, noch war man bereit uns Datenblätter zu schicken. Kollegen aus unserer Branche berichteten von ähnlichen Erfahrungen mit diesem Unternehmen. Die Reaktion Reflectas deutet darauf hin, dass man allenfalls noch seine letzten Ladenhüter los werden möchte. Also besser seine Scanner nicht mehr all zu laut bewirbt.

Ein Scanner der gehobenen Einstiegsklasse, der Kleinbild-Scanner Plustek OpticFilm 135i (links).
Daneben das Oberklassemodell für Mittelformat und Kleinbild, der Plustek OpticFilm 120.

Hochwertigen Filmhalter für verschiedene Formate befinden sich im Lieferumfang beider Scanner.
Sie gehören zur Spitzenklasse am Markt und garantieren kompromisslose Filmplanlage.

Alte Bekannte mit neuen inneren Werten

Plustek Technology, mit Sitz in Taiwan und einer rührigen Vertretung in Ahrensburg hat dagegen die Zeichen der Zeit längst erkannt: Wir erleben gerade die Renaissance der analogen Fotografie. Plustek treibt diese positive Entwicklung dankenswerter Weise mit moderaten Neuentwicklungen bei seiner bestehenden Scanner-Flotte mit voran. 

Manchmal sind es quasi alte Bekannte, die sich äußerlich kaum vom Vorgängermodell unterscheiden. Der OpticFilm 135i (OF 135i), um den es hier geht, ist ein Beispiel. So unscheinbar die Neuauflage dieses Klassikers von Plustek auch zu sein scheint, es handelt sich tatsächlich um eine Neuentwicklung in wesentlichen Komponenten, insbesondere des optischen Systems.

Dank eines neu entwickelten asphärischen fünf-Linsen-Objektivs soll der Scanner laut Hersteller gestochen scharfe, verwacklungsfreie Scans mit hoher Schärfe bis zu den Bildrändern liefern. Seine verbesserte Stabilität soll eine noch präzisere Entfernung von Staub und Kratzern im Infrarotbereich ermöglichen. Die fortschrittliche Objektivtechnologie kommt demnach im Bereich 35-mm-Kleinbildfilmen dem technisch sehr anspruchsvollen Digitalisieren von Panoramafilmen zu gute. Und der OF 135i soll gegenüber seinem Vorgänger bei der Scan-Geschwindigkeit beträchtlich zugelegt haben.

Für uns vom SilvergrainClassics Team Grund genug, die Ankündigungen von Plustek im Testbetrieb unter die Lupe zu nehmen. Nach unserem ausführlichen Test des OpticFilm 120 für höchste Ansprüche im Mittelformat wollten wir wissen, wie sich der kleinere Bruder für Kleinbildfilme im Alltag schlägt, wo seine Vorzüge liegen.

Schnell Scannen ohne zeitintensive Einarbeitung

Der Plustek OF135i ist ein echter Filmscanner, allerdings klar fokussiert auf das Kleinbildformat (35mm). Und genau hier spielt er seine Stärke aus.

Der OF 135i richtet sich nicht an den klassischen Archivierungs-Profi. In seiner gelieferten Grundausstattung mit der Plustek-Scan-Software QuickScan Plus spricht er Fotografen an, die:

  • schnell Ergebnisse erzielen möchten,
  • Dias und Negative unkompliziert digitalisieren wollen,
  • auf verlässliche Ergebnisse setzen, ohne zeitintensive Einarbeitung,
  • ihre Bilder direkt weiterverwenden oder über Social Media teilen möchten.

Gerade für diese Zwecke ist die Plustek-eigene Software QuickScan Plus hervorragend geeignet. Sie reduziert den Workflow auf das Wesentliche und liefert ohne viel Aufwand überraschend gute Ergebnisse.

Kompakt, leicht, durchdacht

Der erste Eindruck nach dem Auspacken des Gerätes: klein, leicht, aufgeräumt. Mit seinen Abmessungen von 175 × 259 × 104 mm und einem Gewicht von knapp 1,6 kg nimmt der Scanner erstaunlich wenig Platz auf dem Schreibtisch ein. Dennoch wirkt er ausgesprochen robust. Das Gehäuse ist solide, das Design klar, und die Bedienung erschließt sich sofort.

Im Karton findet sich alles, was wichtig ist:

  • Scanner
  • Diahalter (für 4 gerahmte Dias)
  • Filmstreifenhalter für 24×36 cm (bis zu 6 Bilder) und Halbformat
  • Netzteil und USB-Kabel
  • Software-DVD und Schnellstartanleitung

Darüber hinaus sind optional erhältlich:

  • Filmstreifenhalter für 24×65 cm (Panorama)
  • Filmstreifenhalter für 24×226 cm (Panorama)

Der speziell für Kleinbild Panorama entwickelte Negativhalter des Plustek OpticFilm 135i.
Garantiert sicherer Sitz, präzise Führung und absolute Planlage des Filmstreifens auch bei ungewöhnlichen Formaten.

 

Filmhalter: Eine der großen Stärken

Ein Punkt, den wir schon beim OpticFilm 120 gelobt haben, bestätigt sich auch hier: die Filmhalter. Plustek liefert nach unseren teils leidvollen Erfahrungen mit anderen Herstellern mit die besten Lösungen am Markt. Die Halter sind stabil, einfach zu bestücken und halten das Material sauber in Position. Denn absolute Film-Planlage ist die erste und wichtigste Voraussetzung für das Erzielen scharfer Bild, von der Mitte bis in die Randbereiche.

Für unsere Tests, insbesondere in Zusammenarbeit mit der neuen Kamera WIDELUX•X, haben wir zusätzlich einen Panorama-Halter verwendet. Auch hier zeigt sich: Das System ist durchdacht und flexibel einsetzbar, der Film liegt absolut plan in der Halterung.

Technische Daten

  • Optische Auflösung: 7200 dpi
  • Farbtiefe: 48 Bit
  • Max. Scanbereich: 24 × 226 mm
  • Dichteumfang: 3,4
  • Anschluss: USB 2.0
  • Gewicht: ca. 1,6 kg

Die 7200 dpi lassen wir an dieser Stelle bewusst außen vor. Das Thema werden wir in einem separaten, ausführlichen Test noch einmal eingehend betrachten.

Die Bildqualität: Überraschend stark

Schon mit der einfachen QuickScan Plus Scan-Software liefert der Scanner Ergebnisse, die absolut überzeugen. Die einfach zu bedienende Software spricht eine wichtige Zielgruppe des OF 135i an: Menschen, die einfach loslegen wollen, ohne sich in komplexe Software einarbeiten zu müssen.

QuickScan Plus ist klar auf schnelle Ergebnisse ausgelegt:

  • unkomplizierter Workflow,
  • rasche Bildvorschau verfügbar,
  • schnelle Weitergabe der Ergebnisse (zum Beispiel für Social Media),
  • einfache kreative Anpassungen und Korrekturen der Bilder möglich.

Wer mehr will, bekommt auch mehr

Und zwar mit SilverFast 9 von LaserSoft Imaging aus Kiel begibt man sich in die Profiliga. Sobald SilverFast 9 installiert ist und startet, zeigt sich schon das wirkliche Potenzial des OF 135i.

Plötzlich wird aus dem Einsteiger-Scanner ein ernstzunehmendes Werkzeug für den Profi:

  • Deutlich mehr Kontrolle über Farben und Tonwerte
  • Noch präzisere Ergebnisse
  • Umfangreiche Einstellmöglichkeiten für Bildkorrekturen

Natürlich wird der Workflow nun komplexer, erfordert intensiver Einarbeitung. Aber er ist eben auch deutlich leistungsfähiger. Was das bedeutet, werden wir in einem gesonderten Beitrag erläutern.

Eine Lizenz für SilverFast 9 muß optional erworben werden. LaserSoft Imaging unterstützt Leserinnen und Lesern von APHOG und SilvergrainClassics allerdings mit einem kräftigen, limitierten Rabatt. Mehr dazu am Ende dieses Artikels.

Schnell und leise

Ein Punkt, der uns besonders positiv aufgefallen ist: die Arbeitsgeschwindigkeit des Scanners. Ein kompletter Kleinbild-Filmstreifen mit sechs Aufnahmen war mit SilverFast in etwas über vier Minuten digitalisiert. Dazu kommen angenehm leise Betriebsgeräusche, was im Vergleich zu älteren Scannern, die wir teils noch in der Silvergrain Academy betreiben, tatsächlich einen signifikanten Unterschied macht.

Staub- und Kratzererkennung

Der integrierte Infrarotkanal zur Staub- und Kratzererkennung ist ein weiteres praktisches Feature.

Gerade für ältere Negative oder Dias spart das Zeit in der Nachbearbeitung und sorgt für sauberere Ergebnisse direkt aus dem Scan heraus. Hier spielt die technologische Überarbeitung des OF 135i noch einmal deutlich seine Vorteile aus, im direkten Zusammenspiel mit SilverFast 9 und liefert Ergebnisse, die einem Trommel-Scan sehr nahe kommen.

Ein Scanner für professionelle Bildergebnisse, der noch dazu Spaß macht

Der Plustek OpticFilm 135i ist kein High-End-Laborscanner. Das will er auch gar nicht sein. Er ist ein Werkzeug für die Praxis, mit der Hobbyfotografen und Semi-Profis durchaus glücklich werden können:

  • schnell
  • unkompliziert
  • kompakt
  • überraschend hohe Qualität der Bildergebnisse

Die mitgelieferten Software QuickScan Plus garantiert Einsteigern rasche Erfolgserlebnisse. Wer tiefer einsteigen möchte, kann das mit leistungsfähiger Software wie SilverFast jederzeit tun.

Der Plustek OpticFilm 135i ist ein durchdachtes Gerät, das genau die Lücke füllt, die viele andere Hersteller längst aufgegeben haben. Erschwerend kommt hinzu: es macht einfach Spaß, damit zu arbeiten.

Mehr zu den technischen Details des OF 135i, der Zusammenarbeit mit SilverFast 9 und ein tiefergehender Qualitätstest von SilvergrainClassics wird bald folgen.

Ideale Partner: Die klassische WIDELUX Panorama Kamera trifft auf den neu aufgelegten Plustek OpticFilm 135i.
Für das präzise Scannen von Negativen im Format 24×59 mm (oder größer) gibt es dank Plustek eine einfache und zuverlässige Lösung.

Kräftiger Rabatt auf SilverFast für Schnellentschlossene

Schnellentschlossene Leserinnen und Leser von APHOG und SilvergrainClassics, die den Kauf eines OF 135i in Erwägung ziehen, sind klar im Vorteil: LaserSoft Imaging gewährt ab sofort bis zum 1. Mai 2026 einen Rabatt in Höhe von 25 % auf folgende Produkte:

  • Code: HappyOF135i
  • Laufzeit: ab sofort bis 01.05.2026

Selbstverständlich gilt der Rabatt auch, wenn der Kauf des Scanners OF 135i schon etwas länger zurück liegt.

Darüber hinaus gibt es ein aktuelles Oster-Angebote für SilverFast und Targets.

Panoramaaufnahme einer U-Bahn-Station in Frankfurt.
Fotografiert von Marwan El Mozayen auf Kodak Portra 800 mit der WIDELUX Kamera.
Gescannt mit dem Plustek OpticFim 135i und Panorama-Filmhalter für 24×36 mm.

Mehr über Scanning

SilvergrainClassics Magazine

  • SilvergrainClassics, issue 2 – Analog Photographers, Yes We SCAN!
  • SilvergrainClassics, issue 3 – Scanners Today: One Perspective
  • SilvergrainClassics, issue 4 – High End Scanners
  • SilvergrainClassics, issue 14 – A Guide to Finding the Right Software Solution for Camera Scanning
  • SilvergrainClassics, issue 15 – Analog vs. Scanned Images – A Personal Evaluation
  • SilvergrainClassics, issue 22 – Scanning: A Bridge Between Digital and Analog
  • SilvergrainClassics, issue 23 – Plustek and SilverFast Raise the Bar for Desktop Scanning
  • SilvergrainClassics, issue 27 – Motel Darkroom: Developing and Scanning on the Road
  • SilvergrainClassics, issue 28 – In Pursuit of the Perfect Scan

SilvergrainClassics Website

APHOG Website

Mehr von SilvergrainClassics

Ausgabe 28 von SilvergrainClassics ist da.
Und frühere Magazin-Ausgaben zu stark reduzierten Preisen.